Zuckerrohr

Wissenschaftlicher Name: Saccharum officinarum L.
Pflanzenfamilie: Süßgräser (Poaceae)
Heimat: Südostasien (Neu Guinea)
Hauptanbaugebiete: Brasilien, Indien und China

Verwendung: Zuckerrohr wurde vermutlich vor mehr als 5.000 Jahren in Neu Guinea als Nahrungspflanze gezüchtet und in weiten Teilen Südostasiens verbreitet. Die Araber entdeckten, wie aus dem süßen Pflanzensaft kristalliner Zucker hergestellt werden kann und brachten die Pflanze ins Mittelmeergebiet. Spanier und Portugiesen führten sie schließlich in Mittel- und Südamerika ein. Zuckerrohr wird in Monokulturen ohne Fruchtwechsel angebaut. Fünf  bis sieben Erntezyklen sind möglich, dann müssen die Plantagen neu bepflanzt werden. Zur Ernte werden die Zuckerrohrfelder vielerorts noch abgebrannt bevor die Stangen geschlagen und maschinell ausgepresst werden. Der faserige Pressrückstand (Bagasse) kann als Brennstoff, Viehfutter oder zur Herstellung von Faserplatten oder Zellstoff genutzt werden. Sogar Einweggeschirr aus Bagasse gibt es inzwischen.

Besonderheiten: Das bis 7 m hohe Zuckerrohrgras ist die ertragsstärkste Nutzpflanze der Welt. Im Jahr 2010 wurden mehr als 1,6 Mrd. Tonnen davon geerntet, mehr als von jeder anderen Pflanze. Der durchschnittliche Hektarertrag liegt bei über 70 Tonnen (zum Vergleich: der Ertrag von Weizen beträgt im Durchschnitt 3 Tonnen pro Hektar). Brasilien erzeugte 2010 etwa 42 % der weltweiten Zuckerrohrernte. Mehr als die Hälfte davon ging in die Produktion von Ethanol als Biokraftstoff, der überwiegend direkt in Brasilien verbraucht wird. Die starke Zunahme des Zuckerrohranbaus hat aber oft negative soziale und ökologische Folgen. Häufig erfolgt er zu Lasten von Kleinbauern und auf Kosten wichtiger Grundnahrungsmittel oder naturschutzrelevanter Gebiete.

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Text und Foto: © Botanischer Garten Mainz, 2012.