Tanzpartie

 Standort   Streuobstwiese 
 Künstler  Prof. Eberhard Linke
 Material  Bronze
 Entstehung     2005 Terrakotta-Original, 2014 Bronzeguss
 Aufstellung      Gestiftet von Prof. Dr. Elisabeth Gateff, 2014

Eng umschlungen tanzt das Paar in der hüfthohen Blumenwiese zwischen den Apfel- und Birnbäumen im Botanischen Garten. Die beiden sind ganz auf sich selbst bezogen und zeigen eine ungeheure Dynamik. Die Mahnung der Gartenaufsicht, die Wiese nicht zu betreten, würden sie in diesem Moment wohl kaum wahrnehmen. Aber die beiden sind aus Bronze und bewegen sich gar nicht, was irgendwie unmöglich erscheint. „Tanzpartie“ ist der Titel dieser Plastik des renommierten Bildhauers Eberhard Linke. Der Künstler wurde 1937 in Lauban (Schlesien) geborenen und lehrte von 1972 bis 2002 an der Fachhochschule Mainz. Heute lebt und arbeitet Eberhard Linke in Flonheim in einem Anwesen mit großem Garten, in dem viele seiner Werke ausgestellt sind.

Das Terrakotta-Original der "Tanzpartie" war im August-September 2013 eines der Hauptexponate der Ausstellung "Faszination Mensch!" mit Plastiken und Zeichnungen von Eberhard Linke in der Galerie Mainzer Kunst. Dort hat die Mainzer Professorin Elisabeth Gateff die "Tanzpartie" gesehen und dem Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität angeboten, eine Bronzeabguss der Plastik zu stiften. Im März 2014 wurde die Skulptur dann aufgestellt und am 22. Mai mit einer kleinen Feier der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die emeritierte Genetikprofessorin Elisabeth Gateff tritt seit Jahren als großzügige Förderin des Botanischen Gartens in Erscheinung. Mit einer großen Privatspende hat sie 2008 den Bau der Grünen Schule im Botanischen Garten auf den Weg gebracht. Und in den Jahr 2010 und 2012 hat sie dem Botanischen Garten schon einmal bedeutende Werke regionaler Künstler gestiftet. Darunter die Frauenfigur „Elisabeth II“ von Reinhold Petermann, die am Hauptweg des Gartens an einem kleinen Seerosenbecken steht, und die Gruppe "Bärin mit Jungen" von Anne Marie Kuprat. Im Mai 2014 kam mit "Susanne" noch eine weitere Plastik von Anne Marie Kuprat hinzu.

Elisabeth Gateff wurde 1932 in Sofia geboren. Ihr Interesse an Pflanzen und Gärten reicht bis in die Kindheit zurück, als ihr Vater den damaligen Königlichen Botanischen Garten von Sofia leitete. Nach dem Studium in München lebte und forschte Elisabeth Gateff zunächst in den USA und leistete wichtige Beiträge zur Erforschung der Krebsentstehung bei Fruchtfliegen. Von 1983 bis 1997 hatte Elisabeth Gateff den Lehrstuhl für Genetik an der Johannes Gutenberg-Universität inne. Für ihre Forschung, mit der sie nachwies, dass Krebs eine genetische Grundlage hat, erhielt sie mehrere renommierte Preise. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist Elisabeth Gateff ein wichtiges Anliegen. Neben der Wissenschaft gilt ihr besonderes Interesse der Kunst und ihrem eigenen Garten. Es ist ihr eine besondere Freude, mit den von ihr gestifteten Kunstwerken sowohl die Künstler als auch den Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität zu fördern, mit dem sie seit Jahren eng verbunden ist.

 

Text: R. Omlor, Foto: S. Sämmer