Gemälde von Julia Belot

WER IM GLASHAUS SITZT

Gemälde aus dem Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz von Julia Belot, zu sehen am 12., 18. und 19. Juni 2016.

Die in Wiesbaden lebende Künstlerin Julia Belot hat eine weitere Serie von Gemälden nach Motiven aus dem Botanischen Garten geschaffen. Es ist die Fortsetzung einer inspirierenden und äußerst produktiven Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten. Eine erste Serie von Gemälden aus dem Freilandgelände des Botanischen Gartens war im September 2014 in der Grünen Schule des Botanischen Gartens gezeigt worden und war auf großes Interesse gestoßen. Die neuen Gemälde widmen sich nun den Gewächshauspflanzen des universitären Gartens. Erneut hat der frühere wissenschaftliche Leiter des Gartens, Dr. Ulrich Hecker, die Künstlerin bei ihren Rundgängen durch den Garten begleitet und hat ihr die Geschichte der exotischen Pflanzen erklärt.


Löwenzahnfreund, Öl auf Leinwand, Julia Belot 2016

„Ich habe mich mit den Pflanzen in den Gewächshäusern künstlerisch auseinander gesetzt“, erzählt Julia Belot. „Heraus kam eine Reihe von Gemälden, wie es sie noch nie gab. Es sind keine typische Pflanzen- oder Gartenbilder. Es existiert ein überraschender Kontrast zwischen den zarten Blüten und den technischen Elementen der Gewächshäuser, wie Glas, verrostetes Eisen, Röhren. Alles drängt sich auf dem engsten Raum und trotzdem bleibt es auf gewisse Weise poetisch. Diese Bilder sind wie Porträts von sonderbaren, manchmal skurrilen, manchmal exotischen und schönen Personen. Die Pflanzen aus den Gewächshäusern sind Fremde bei uns. Ihre Züge sind uns unvertraut. Viele kennen wir schon lange: Kaffee, Ingwer, Baumwolle... und wir sind ihnen trotzdem noch nie auf Augenhöhe begegnet. Sie sind empfindlich, ihre Überlebensstrategien nutzen ihnen hier nichts, sie können nur im Glashaus überleben. Trotzdem fühlen sie sich bei uns wohl. Manche werden über hundert Jahre alt. Manchmal sind sie in ihrem Heimatland schon ausgestorben, wie die kleinste Seerose der Welt aus Ruanda.“

Die aktuelle Ausstellung WER IM GLASHAUS SITZT ist am Sonntag, dem 12. Juni im Rahmen des Sommerfests sowie am 18. und 19. Juni jeweils von 11.00 bis 18.00 Uhr im Gewächshaus 19 zu sehen. Der Eintritt ist frei.Gemälde aus dem Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz von JULIA BELOT

Zur Ausstellung ist ein Kalender mit zwölf Motiven aus der Ausstellung erschienen

 


EIN JAHR FÜR IMMER

Ab Sommer 2013 hatte die Malerin Julia Belot ein ganzes Jahr lang regelmäßig den Botanischen Garten der Universität Mainz besucht. Begleitet wurde sie dabei von Dr. Ulrich Hecker, dem früheren wissenschaftlichen Leiter des Botanischen Gartens, der ihr die Besonderheiten dieser Gartenanlage gezeigt und erläutert hat. Aus diesen Rundgängen sind zwölf einzigartige Gemälde entstanden, auf denen die Pflanzenwelt des Botanischen Gartens aus dem Blickwinkel der in Wiesbaden lebenden Malerin zu sehen sind. Ein Gemälde für jeden Monat des Jahres.

Die Bilderausstellung EIN JAHR FÜR IMMER war am 20. und 21. September sowie am 27. und 28. September 2014 jeweils von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr in der Grünen Schule im Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zu sehen. Zur Ausstellung erschien ein ewiger Kalender mit allen Motiven und kurzen Erläuterungen zu den dargestellten Pflanzen von Dr. Ulrich Hecker.


Ceratostigma griffithii, 80 cm x 80 cm, Öl auf Leinwand, Julia Belot 2014


FINGERHÜTE

Der Kontakt zwischen Julia Belot und dem Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität kam 2010 zu Stande, als Prof. Dr. Elisabeth Gateff, die große Förderin des Botanischen Gartens zwei Gemälde von ihr für die neu geschaffene Grüne Schule erwarb. Die beiden gestifteten Fingerhut-Gemälde sind nach wie vor im Seminarraum der Grünen Schule zu sehen.


Fingerhüte, 80 cm x 80 cm, Öl auf Leinwand, Julia Belot 2010