Tropennacht

Tropennacht 2008 - Und Nachts pfeifen die Frösche

„TROPENNACHT“ IN DEN ILLUMINIERTEN GEWÄCHSHÄUSERN DES BOTANISCHEN GARTENS IM RAHMEN DER MAINZER MUSEUMSNACHT

02.05.2008 Der Botanische Garten der Johannes Gutenberg-Universität beteiligt sich in diesem Jahr zum ersten Mal an der Mainzer Museumsnacht (www.museumsnacht.mainz.de). Unter dem Titel „Tropennacht“ lädt der Botanische Garten am Samstag, den 17. Mai von 20.00 bis 1.00 Uhr zur Entdeckung seiner tropischer Pflanzenvielfalt ein. Mit Einbruch der Dämmerung werden die Gewächshäuser, die normalerweise um 15.30 Uhr für Besucher schließen, mit großem Aufwand stimmungsvoll illuminiert. „Im Rahmen der Museumsnacht kann man die Gewächshäuser in einer ganz anderen Atmosphäre erleben,“ erläutert der Kustos des Botanischen Gartens, Dr. Ralf Omlor. „Durch die Dunkelheit der Umgebung und die gezielte Beleuchtung einzelner Pflanzen tritt die Gewächshauskonstruktion in den Hintergrund. Die Besucher sind dann nur noch von den Pflanzen umgeben und fühlen sich wie auf einem Nachtspaziergang durch den tropischen Regenwald.“ Um die Illusion perfekt zu machen, werden nächtliche Urwaldgeräusche zu hören sein.

Die Besucher erwartet ein Rundgang durch fünf Gewächshäuser. Gleich am Anfang geht es in das feuchtwarme Tropenhaus. Hier leben nicht nur spannende Pflanzen, wie der Kakaobaum, sondern auch die nachtaktiven karibischen Pfeiffrösche der Gattung Eleutherodactylus. Die unscheinbaren, nur etwa 2 cm großen Tiere lassen ab Einbruch der Dämmerung ein Balzkonzert ertönen, wie man es sonst nur von Singvögeln kennt. Sehen wird man die scheuen, kleinen Frösche vermutlich kaum, aber ihr Konzert ist ein ganz besonderes Erlebnis. „Erst zum zweiten Mal bieten wir Besuchern die Möglichkeit, die Gewächshäuser und die Pfeiffrösche in den Abend- und Nachtstunden zu erleben. Die erste Tropennacht fand im Juli 2003 statt und wurde von mehr als 2.000 Menschen besucht“, erklärt Dr. Omlor. „Wir hoffen auch diesmal auf eine gute Resonanz. Auf ein Rahmenprogramm haben wir bewusst verzichtet, damit die tropischen Pflanzen und die ungewöhnliche Atmosphäre in den Gewächshäusern voll zur Geltung kommen kann. Zwischendurch wird es aber immer wieder Kurzführungen zu einzelnen Bereichen geben.“ Und natürlich werden auch tropisch inspirierte Getränke und Snacks angeboten.

Das Kombi-Ticket für alle Einrichtungen, die sich an der Museumsnacht beteiligen, kostet 7 Euro (ermäßigt 4 Euro). Damit können Besucher auch den Shuttle-Bus (Linie 82), der den Botanischen Garten anfährt, sowie alle Busse der MVG im Stadtgebiet nutzen. Von der Haltestelle „Botanischer Garten“ sind es dann nur wenige Meter bis zu den Gewächshäusern.

Kontakt und weitere Information
Dr. Ralf Omlor
Botanischer Garten der Johannes Gutenberg-Universität
Tel.: 06131 39 22628
E-Mail:

Die karibischen Pfeiffrösche

Pfeiffrösche

Die karibischen Pfeiffrösche (Eleutherodactylus johnstonei) leben seit acht Jahren in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens. „Ursprünglich waren es 11 Tiere, die wir vom Botanischen Garten der Universität Basel erhalten und im Tropengewächshaus ausgesetzt haben. Wie viele es heute sind, wissen wir nicht. Aber sie haben sich zwischenzeitlich stark vermehrt und fühlen sich offenbar wohl.“ Inzwischen haben sie sich auch in den anderen tropischen Gewächshäusern des Botanischen Gartens angesiedelt. Die Frösche leben am Boden unter Blättern und Steinen, aber auch in Aufsitzerpflanzen in den oberen Bereichen der Gewächshäuser. Tagsüber verhalten sie sich ruhig und sind kaum zu finden. Wenn die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit hoch sein, beginnen die Männchen in der Dämmerung mit ihrem charakteristischen Balzruf. Dieser besteht aus zwei kurzen, unterschiedlich hohen Pfeiftönen (2000 und 3500 Hz), die direkt hintereinander ausgestoßen werden und erstaunlich laut sind. Nach einer kurzen Pause werden die Pfeiftöne wiederholt. Da die Männchen sich gegenseitig in der Werbung um die Weibchen überbieten wollen, entsteht schnell ein vielstimmiges Pfeifkonzert, das über Stunden anhalten kann.

Die Pfeiffrösche sind äußerst anspruchslose Tiere. Sie sind ursprünglich auf den Bermudas beheimatet, sind inzwischen aber in der Karibik weit verbreitet. Im Unterscheid zu unseren heimischen Fröschen schlüpfen aus den Eiern, die in feuchten Erdnestern abgelegt werden, direkt die fertig entwickelten kleinen Frösche. Es gibt kein Kaulquappenstadium, das im Wasser leben müsste. So können sich die Pfeiffrösche im Gewächshaus gut vermehren. Nach dem Schlüpfen werden die kleinen Frösche noch einige Zeit von einem der Elterntiere beschützt. Ernähren können sich die Frösche von kleinen Insekten, die in den Gewächshäusern vorhanden sind, sie müssen nicht zusätzlich gefüttert werden.

Tropennacht 2003

...in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens: Pfeifende Frösche, Bizarre Blüten und exotische Gewächse

Die Tropennacht am 12. Juli 2003 bietet von 21 bis 3 Uhr ein Erlebnis für die Sinne: Illuminierte Gewächshäuser mit nächtlichen Urwaldgeräuschen entführen in den Regenwald

Pressemitteilung

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung "Tropische Nutzpflanzen" lädt der Botanische Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am Samstag, den 12. Juli, erstmals zu einer "Tropennacht" ein. Ab 21.00 Uhr können die Besucher in dieser Nacht die Gewächshäuser in atmosphärischer Beleuchtung und mit nächtlichen Urwaldgeräuschen erleben. Dazu erhalten sie in den einzelnen Gewächshäusern kurze Erläuterungen zu den jeweiligen Nutzpflanzen.

Exotik pur: Die Besucher erwartet in dieser Nacht ein fester Rundgang, der zunächst in das üppige, feucht-warme Tropenhaus führen wird. Dort sind nicht nur Pflanzen wie der Kakaobaum zu sehen, sondern auch merkwürdige Klänge zu hören. Denn in diesem Gewächshaus leben die nachtaktiven, karibischen Pfeiffrösche der Gattung Eleutherodactylus. Die unscheinbaren, nur etwa 2 cm großen Tiere lassen ab Einbruch der Dämmerung ein Balzkonzert ertönen, wie man es sonst nur von Singvögeln kennt. Nach dem Tropenhaus führt der Rundweg zu den Pflanzen der heißen Wüstenregionen, unter denen Jojoba und Aloe vera als Kosmetik- und Wellnesspflanzen von zunehmender Bedeutung sind. Nächste Station ist das Gewächshaus 13, in dem riesige Farne von der Decke hängen und Schlingpflanzen mit bizarren, stinkenden Blüten, aber auch prachtvolle Orchideen auf die nächtlichen Besucher warten. Hier verstärken Nachtgeräusche aus dem Regenwald des Amazonasgebietes die ungewöhnliche Atmosphäre und mit einem tropischen Regenschauer wird man gelegentlich auch rechnen müssen. In kleineren, seitlich abzweigenden Gewächshäusern sind die urtümlichen Palmfarne, Bromelien und tropische Aronstabgewächse zu besichtigen. Zum Abschluss führt der Rundgang in das große Nutzpflanzen-Gewächshaus, in dem die meisten Ausstellungspflanzen zu sehen sind und auch Produkte tropischer Pflanzen ausgestellt sind, die wir im Alltag verwenden.

Damit die Tropennacht zu einem vollwertigen sinnlichen Erlebnis wird, bietet der Freundeskreis des Botanischen Gartens ein kleines Sortiment an Getränken und frittierten Maniok zur Stärkung an. Auf ein weiteres Rahmenprogramm wird bewusst verzichtet, um die tropische Pflanzenwelt der Gewächshäuser zur vollen Geltung kommen zu lassen.

Als Partner der Tropennacht unterstützt das Energieunternehmen entega die Illumination der Gewächshäuser und ermöglicht damit die Teilnahme zu einem sehr moderaten Eintrittspreis. Für Erwachsene beträgt der Eintritt 2 EURO, Kinder zahlen 1 EURO.

Am Samstag, den 12. Juli und Sonntag, den 13. Juli wird der Gewächshausbereich des Gartens zu den normalen Öffnungszeiten geschlossen bleiben, um Auf- und Abbau der Installationen durchführen zu können.

Der Botanische Garten der Johannes Gutenberg-Universität wurde 1950 mit dem Ziel gegründet, Pflanzen für Forschung und Lehre im Fachbereich Biologie heranzuziehen. Heute hat der Garten eine Größe von 10 Hektar und kultiviert etwa 10.000 Pflanzenarten aus fast allen Regionen der Erde. 30 Mitarbeiter und 10 Auszubildende übernehmen die Betreuung und gärtnerische Pflege der Anlage. Nach wie vor stehen die universitären Aufgaben im Mittelpunkt. Doch der Garten übernimmt inzwischen auch viele Funktionen, die im allgemeinen öffentlichen Interesse liegen. Mit seinem Führungsprogramm zu botanischen Themen bietet er die Möglichkeit zur Weiterbildung, und er ist ein Erholungsgebiet für die Menschen der Umgebung. Daneben engagiert sich der Garten seit vielen Jahren für die Erhaltung bedrohter Pflanzen des "Mainzer Sandes" und versucht das Interesse für diesen sensiblen Lebensraum zu wecken.

Neben dem Führungsprogramm gehören seit 1996 auch Ausstellungen zu speziellen botanischen Themen zur Öffentlichkeitsarbeit des Botanischen Gartens. Themen der vergangen Jahre waren z.B. "Mohngewächse", "Duftpflanzen", "Pflanzen der Bibel" und "Botanische Entdeckungen in China und Japan". In diesem Jahr widmet sich die Ausstellung "Tropische Nutzpflanzen" dem breiten Spektrum tropischer und subtropischer Pflanzen, die uns im Alltag begegnen und unsere Lebensweise viel stärker bestimmen als die meisten Menschen wissen.

Die aktuelle Ausstellung ist vom 18. Juni bis zum 30. September täglich von 8.00 bis 15.30 geöffnet (freitags bis 13.00 Uhr).