Schlafbaum | Seidenakazie

Albizia julibrissin Durazz.

In den heißen Sommertagen Anfang Juli, wenn man nachts kaum mehr Schlaf findet, beginnt die Blütezeit der Seidenakazie (Albizia julibrissin). Der subtropisch anmutende Baum, der bei uns nur in sehr milden Klimalagen gedeiht, ist dann ganz in seinem Element. Denn er gehört zur Gruppe der Mimosengewächse, die sonst fast ganz auf die Tropen beschränkt sind. Wie die Mimosen faltet die Seidenakazie nachts ihre kleinen Blattfiedern zusammen, was ihr im Deutschen auch den Beinamen Schlafbaum eingebracht hat. Als Schlafmittel kommt der Baum nicht in Betracht, aber ins Träumen kommt man leicht unter seiner schirmförmigen Krone mit den doppelt gefiederten Blättern und den filigranen, zartrosa Blüten, die fast nur aus Staubblättern bestehen.

Mit der Seidenproduktion hat der Baum allerdings auch nichts zu tun. Der Name Seidenakazie leitet sich von den langen, weiß bis rosa gefärbten Staubblättern der Blüten ab, die in der Sonne wie kostbare Seide glänzen. Auch der wissenschaftliche Art-Beiname "julibrissin"bezieht sich darauf. Übersetzt bedeutet er "Flockseide", das ist die äußere, flauschige Hülle des Kokons des Seidenspinners.

Wer die Seidenakazie in seinem Garten pflanzen möchte, braucht vor allem einen warmen, geschützten Standort. In den ersten Jahren muss die Pflanze auf jeden Fall auch einen Winterschutz bekommen. Wenn sie die ersten Jahre gut überstanden hat, entwickelt sich die Seidenakazie dann aber schnell zu einem sechs bis acht Meter hohen Baum, der zur Blütezeit alle Strapazen der heißen Witterung vergessen macht.

 

Systematik: Fabaceae-Mimosoideae

Heimat: Iran bis Japan, in Südeuropa zum Teil eingebürgert

Standort: Am Eingang des Gartens auf der Wiese hinter dem Institutsgebäude "Spezielle Botanik und Botanischer Garten"

 

Text und Foto: Dr. Ralf Omlor | 10.07.2006