Chinesische Kräuselmyrte

Lagerstroemia indica L.

In Gärten subtropischer Regionen ist die Chinesische Kräuselmyrte ein häufig gepflanzter Zierstrauch. Bei uns war sie lange nur als Kalthauspflanze bekannt. In den letzten Jahren hat sich aber gezeigt, dass man die Kräuselmyrte auch in Deutschland in sehr milden Lagen dauerhaft im Freiland kultivieren kann. Im Botanischen Garten der Universität Mainz geschieht dies seit 1991. Die Pflanze, die inzwischen eine Höhe von etwa 2,5 m erreicht hat, wurde in diesem Frühjahr bei der Umgestaltung des Gartens verpflanzt und ist nun an neuer Stelle in der Systematischen Abteilung zu sehen. Seit einigen Tagen ist sie in voller Blüte.

Die Chinesische Kräuselmyrte erhielt ihren wissenschaftlichen Namen Lagerstroemia indica durch Carl von Linné im Jahre 1759. Linné ehrte damit seinen Freund und Gönner Magnus von Lagerström (1691-1759), der als Direktor der Schwedischen Ostindischen Kompanie dafür gesorgt hatte, dass junge Naturforscher aus Linnés Umfeld unentgeltlich auf den Ostasienseglern der Handelsgesellschaft mitreisen konnten. Obgleich Linné der Pflanze den Artnamen indica gab, ist die Pflanze nicht in Indien beheimatet, sondern in China und Korea. Linné hat es mit den geographischen Artnamen „indica“, „orientalis“ oder „sinensis“ nicht immer ganz genau genommen. Es war halt alles sehr weit weg für die damalige Zeit.

Der deutsche Name Kräuselmyrte ist hingegen passend. Er bezieht sich auf die Blütenblätter der Pflanze, die im unteren Teil sehr schmal, im oberen Teil breit und stark gekräuselt sind. Verwandtschaftlich gehört die Lagerstroemie zur Familie der Blutweiderichgewächse, die den Myrten sehr nahe stehen.

 

Systematik: Blutweiderichgewächse (Lythraceae)

Heimat: China, Korea

Standort: Systematische Abteilung, Beet 14

 

Text und Foto: Ralf Omlor | 31.07.06