Kakipflaume

Diospyros kaki L.f.

Ja, ist denn schon Weihnachten? möchte man beinahe fragen, wenn man dieses Bild aus dem Botanischen Garten sieht. Zum Glück noch nicht, und die dekorativen Früchte haben mit Weihnachten nicht viel zu tun, auch wenn sie sich prima als Baumschmuck eignen würden. Es handelt sich um die Kakipflaume (Diospyros kaki). Sie stammt aus Ostasien und wird in ihrer Heimat seit über 2000 Jahren kultiviert. Seit dem 19. Jahrhundert wird sie auch im Mittelmeergebiet, vor allem in Italien (Jahresproduktion 50.000 t) und inzwischen zunehmend in Israel (40.000 t pro Jahr) angebaut. Hauptproduzent ist aber mit weitem Abstand China, wo jährlich etwa 1,8 Millionen Tonnen Kakipflaumen verspeist werden. Kakipflaumen aus Israel kommen oft unter dem Namen „Sharon“ oder „Scharon-Frucht“ in den Handel. Das ist eine spezielle Sorte der Kakipflaume, die keine Samen mehr enthält.

Die Kakipflaume zählt zu den Ebenholzgewächsen, einer überwiegend in den Tropen und Subtropen beheimateten Pflanzenfamilie, die knapp 500 Arten umfasst. Zumeist sind es Bäume oder Sträucher, von denen aber nur wenige Arten das sehr harte, schwarze Kernholz liefern, das als Ebenholz bezeichnet wird. Es gibt noch weitere Arten, die essbare Früchte bilden, etwa die Lotuspflaume (Diospyros lotus) oder die Persimone (Diospyros virginiana), aber keine ist so bedeutend wie die Kakipflaume.

In Mitteleuropa werden Kakipflaumen fast nur als Kübelpflanzen gezogen. In sehr milden Regionen wie dem Rhein-Main-Gebiet kann man die Kaki aber auch im Freien pflanzen. Sie benötigt in den ersten Jahren einen leichten Winterschutz, ist aber bald ausreichend winterhart, und nach etwa vier bis fünf Jahren kann man mit den ersten Früchten rechnen. Solange sie an den Zweigen hängen, bleiben die Früchte sehr hart. Pflückt man sie ab, muss man sie einige Tage im Zimmer nachreifen lassen, bevor man sie essen kann. Vielleicht ist es aber doch interessanter, sie als winterlichen Fruchtschmuck im Vorgarten hängen zu lassen. Dann aber zur Weihnachtszeit die Lichterkette bitte nicht vergessen!

 

Systematik: Ebenholzgewächse (Ebenaceae)

Heimat: Von Nordindien bis China, Korea und Japan

Standort: Wiese hinter dem Institutsgebäude

 

Text und Fotos: Dr. Ralf Omlor | 15.11.2006

Borke

Die markante Borke.

Frucht

Die Früchte unserer Pflanze enthalten keine Samen.


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