Frucht- und Samengarten – Themenjahr 2017/2018

 

Ausbreitungsbiologie der Pflanzen

Pflanzen können nicht weglaufen. Aber das ist kein Problem. Einmal verwurzelt, können sie zum Teil Jahrhunderte an einer Stelle ausharren und mit den gegebenen Klima- und Bodenverhältnissen klarkommen. Und mit ihren Früchten und Samen sind Pflanzen in der Lage zu reisen und enorme Entfernungen zurückzulegen. Nicht nur räumliche Distanzen können auf diese Weise überwunden werden, auch zeitliche Perioden von mehreren Jahrzehnten können überdauert werden. Das macht unseren Planeten eigentlich zu einer stabilen grünen Welt. Neue Lebensräume können von Pflanzen innerhalb kürzester Zeit besiedelt werden.

Der Frucht- und Samengarten widmet sich diesen erstaunlichen Eigenschaften der Pflanzen und zeigt anhand von etwa 70 Pflanzenarten, welche Ausbreitungsmechanismen und Strukturen im Laufe der Evolution entstanden sind. Außerdem geht es um die Rolle, die der Mensch bewusst oder unbewusst im Ausbreitungsprozess der Pflanzen spielt. Sei es durch den gezielten Anbau von Pflanzen, durch die Veränderung von Lebensräumen oder die Verschleppung gebietsfremder Arten, die sich zu invasiven Neophyten entwickeln können.

Informationen zu den Pflanzen des Frucht- und Samengartens

Die Vorbereitungen zum Frucht- und Samengarten im hinteren Quadranten der Biologischen Abteilung starteten im Herbst 2016. Die baulichen Veränderungen der Beete und die Gestaltung des Infopoints mit Sitzgruppe erfolgten 2017. Ab Mai 2018 wurde dann mit der endgültigen Bepflanzung der Beete begonnen, und im September 2018 kamen die Schautafeln hinzu. Die Auswahl der im Frucht- und Samengarten gezeigten Pflanzen wird kontinuierlich weiterentwickelt.

Konzeption: Botanischer Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Texte: Dr. Ralf Omlor und Prof. Joachim W. Kadereit PhD
Fotos: Thomas Hartmann (Frucht- und Samensammlung), Dr. Ralf Omlor
Layout der Schautafeln und Zeichnungen: Doris Franke
Dank: Die Gestaltung des Frucht- und Samengartens wurde durch eine großzügige Spende der Deutsche Bank AG Mainz und durch die Unterstützung des Freundeskreises des Botanischen Gartens der Johannes Gutenberg-Universität Mainz e.V. ermöglicht.