Vanille

Wissenschaftlicher Name: Vanilla planifolia G.Jackson
Pflanzenfamilie: Orchideengewächse (Orchidaceae)
Heimat: Mittel- und Südamerika
Hauptanbaugebiete: Indonesien, Madagaskar, China, Mexiko

Verwendung: Vanille ist der wichtigste und beliebteste pflanzliche Aromastoff. Er wird in großen Mengen in der Lebensmittel-, Parfüm- und pharmazeutischen Industrie verwendet. Das Aroma entsteht in den schotenförmigen Früchten der Vanille-Pflanze, einer kletternden Orchidee aus den tropischen Wäldern im Osten Mittelamerikas und Mexikos. Die Früchte werden im unreifen, gelb-grünen Zustand geerntet, mit heißem Wasserdampf behandelt und einer Fermentation unterzogen, bei der sich das endgültige Aroma und die braune Farbe der Früchte entwickeln. Wichtigster Bestandteil des Aromas ist der Stoff Vanillin, der heute in großen Mengen auch synthetisch aus Holzrückständen der Papierindustrie hergestellt wird. In der Vanillefrucht sind jedoch zahlreiche weitere Aromakomponenten enthalten, die in ihrer Gesamtheit den unverkennbaren echten Vanille-Geschmack ausmachen. Bereits die Azteken würzten damit ihren Kakao.

Besonderheiten: Die Früchte der Vanille entwickeln sich nur, wenn die Blüten erfolgreich bestäubt wurden. In den Wäldern Mittelamerikas geschieht dies vor allem durch Prachtbienen, die Duftstoffe in den Orchideenblüten sammeln. In Madagaskar und Südostasien, den Hauptanbaugebieten der Vanille, gibt es jedoch keine Prachtbienen. Die Blüten müssen daher alle von Hand bestäubt werden. Vanille ist die einzige bedeutende Nutzpflanze, die auf künstliche Bestäubung angewiesen ist. Echte Vanille ist daher auch nicht ganz billig.

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Text und Foto: © Botanischer Garten Mainz, 2012.