Rosenpavillon für den Botanischen Garten gestiftet

Der imposante Rosenpavillon soll im Mai 2021 eröffnet werden.

 

Das Rosarium mit seiner bedeutenden Sammlung an Wildrosen und gezüchteten Kulturrosen liegt direkt am Linné-Weg zwischen dem Veranstaltungsplatz mit seinen bunten Stühlen und der systematischen Abteilung. Alle Besucherinnen und Besucher des Botanischen Gartens kommen hier vorbei. Zur Hauptblütezeit im Juni liegt ein betörender Rosenduft über der ganzen Anlage. Hier steht auch die Statue für den Humanisten Guillaume Fichet, der 1470 in Frankreich den Buchdruck nach dem Verfahren von Johannes Gutenberg eingeführt hat. Trotz der zentralen Lage ist das Rosarium für das Publikum bisher kaum erschlossen. Über die kleinen Etiketten mit Pflanzennamen hinaus gibt es keine Beschilderung und auch keine besonderen Gestaltungselemente. Das beginnt sich nun zu ändern. Denn der Botanische Garten hat einen imposanten Rosenpavillon im Stil eines viktorianischen Gewächshauses des 19. Jh. erhalten. Es ist ein Geschenk von Rüdiger Lauterbach, der in Gonsenheim eine Elektroinstallations-Firma betreibt und seit langem ein großer Freund des Botanischen Gartens ist.

Den Pavillon habe ich schon vor einiger Zeit in einem Pflanzencenter gesehen und sofort an den Botanischen Garten gedacht“, erklärt Rüdiger Lauterbach beim Aufbau der grün grundierten Stahlkonstruktion, den er mit zwei seiner Söhne und einem seiner Mitarbeiter Anfang Oktober selbst vorgenommen hat. „Das Rosarium ist der ideale Platz dafür. Mit dem Pavillon möchte ich an diesem außergewöhnlichen Ort etwas stiften, was mit dem Namen meiner Familie verbunden bleiben soll.“ Die Bezüge von Rüdiger Lauterbach zum Botanischen Garten sind vielfältig. Einer seiner Söhne hat vor drei Jahren am damaligen Institut für Spezielle Botanik in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Gudrun Kadereit promoviert. Aber auch schon davor besuchte die Familie häufig den Botanischen Garten und kam gerne zu den großen Veranstaltungen. Auf die Möglichkeit, dem Botanischen Garten etwas zu stiften, hat ihn allerdings erst Elisabeth Gateff gebracht, die sich seit Jahren als Förderin an der Johannes Gutenberg-Universität engagiert und selbst bedeutende Kunstwerke für den Botanischen Garten gestiftet hat.

Durch das große Engagement seiner Freunde und Förderer hat sich die Attraktivität des Botanischen Garten in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Beschilderungen, Broschüren, Sitzgelegenheiten und aufwändige Neugestaltungen wie im Arzneipflanzengarten „Gart der Gesundheit“ waren nur durch die Unterstützung der Freunde des Botanischen Gartens möglich. Auch die Etablierung der Grünen Schule als zentrale Bildungseinrichtung im Botanischen Garten im Jahr 2010 wurde durch eine große Spende – von Elisabeth Gateff – ausgelöst. Zuletzt ist mit der Gründung der Stiftung Botanischer Garten Mainz durch Sylvia-Maria Kinder ein weiteres Förderinstrument für den universitären Garten geschaffen worden. All dies hat den Botanischen Garten verändert und von einer reinen Forschungs- und Lehrsammlung zu einer vielfältigen kulturellen Einrichtung wachsen lassen.

Rüdiger Lauterbach (2. v.l.) beim Aufbau des Pavillons im Oktober 2020.

 

Der von Rüdiger Lauterbach gestiftete Rosenpavillon fügt sich nahtlos in diese Reihe ein. In den kommenden Wochen sind zwar noch einige Arbeiten an der Unterkonstruktion erforderlich. Aber man kann schon jetzt erkennen, dass hier ein neuer Anziehungspunkt mit einer besonderen Atmosphäre entstehen wird. Im Botanischen Garten wird derweil schon am Bepflanzungskonzept gearbeitet. Es werden passende Kletterrosen und Rambler-Rosen ausgesucht, die einen Bezug zur viktorianischen Epoche schaffen sollen, an die der Pavillon in seiner Gestaltung erinnert. In dieser Epoche hat auch die Rosenzüchtung durch die Einführung vieler ostasiatischer Wildrosen bedeutende Impulse bekommen hat. Eine Eröffnung des neuen Rosenpavillons wird im Mai 2021 zum Beginn der Rosenblüte angestrebt.

Text und Fotos: Ralf Omlor, 30.10.2020

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