
Eine Ausstellung des Verbands Botanischer Gärten
ab Sonntag, 14. Juni 2026 täglich zu den Öffnungszeiten im Botanischen Garten der Johannes-Gutenberg- Universität Mainz
Gärten stecken voller Leben – wilder und vielfältiger als man vermutet!
Die Ausstellung „Wilde Vielfalt im Garten“ wird zeigen, wie lebendig unsere Gärten sind – und zwar über die ausgepflanzte Vielfalt hinaus. Pilze, Moose, Kleinstlebewesen, Insekten und Wirbeltiere können in unseren Botanischen Gärten und Privatgärten leben.
Spannende Beispiele machen ökologische Beziehungen in unseren Gärten sichtbar, die oft übersehen werden. Ein Rundgang stellt einzelne Lebensräume genauer vor und bietet Tipps für zuhause. Erfahren Sie, wie Sie Artenvielfalt im eigenen Garten oder auf dem Balkon fördern können.
Während der Ausstellung können sie Rundgänge im Rahmen unseres Angebots für Gartenführungen buchen oder kommen sie einfach zu unserem Begleitprogramm.
Programm
Sonntag, 14. Juni ab 11.00 Uhr
Eröffnung der Ausstellung an der Grünen Schule im Botanischen Garten
mit Rundgang durch die Ausstellung
Musikalische Begleitung: Denise Frey, Saxophon
Montag, 15. Juni ab 19:00 Uhr
Einführung in ArtenFinder Rheinland-Pfalz
mit Hendrik Geyer, Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz
Was kann man als Privatperson tun, um beim Schutz wildlebender Arten zu unterstützen? Eine Möglichkeit ist es, die gefundenen Tiere, Pflanzen und Pilze in sogenannten Meldeplattformen zu dokumentieren. Die so gewonnen Daten helfen dem Naturschutz und der Naturforschung oft dabei, eine Übersicht über Verbreitung und Häufigkeit der gemeldeten Organismen zu erlangen. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass man sich beim Melden je nach verwendetem Melde-Portal mit anderen Naturinteressierten Personen, Expertinnen und Experten austauschen kann und so Hilfe bei der Bestimmung des Organismus oder spannende Hintergrundinformationen zum Gesehenen erhalten kann. Aber welche der vielen Plattformen ist die richtige für mich und wie starte ich meine Erfassung im Gelände?
Einen Einblick und Überblick über verschiedene Plattformen bietet Hendrik Geyer vom ArtenFinder-Team der Stiftung Natur und Umwelt. Gemeinsam gehen wir durch den Botanischen Garten auf die Suche nach Insekten, Vögeln und vielem mehr und entdecken dabei, wie man Funde mit verschiedenen Plattformen melden kann, was Vor- und Nachteile sind und welche Plattform für die Teilnehmenden am besten geeignet ist. Der Fokus wird dabei auf die Beobachtung von Tieren und die Meldeplattform ArtenFinder gelegt.
Dienstag 16. Juni ab 18.00 Uhr
Vielfältige Tierwelt im Botanischen Garten –
Exkursion mit Dr. Carsten Renker, Naturhistorisches Museum Mainz.
Der Botanische Garten der Johannes Gutenberg-Universität ist eine Oase der Artenvielfalt – nicht nur für heimische Pflanzen. Auch zahlreiche spezialisierte Tierarten haben hier Lebensräume gefunden und sind oft auf bestimmte Pflanzen oder besondere Biotope angewiesen. So lebt im „Kleinen Mainzer Sand“ des Gartens die stark gefährdete Quendelschnecke. An den unterschiedlich großen Teichen und Wasserbecken wurden zudem 20 Libellenarten nachgewiesen, darunter das Kleine Granatauge sowie der aus Südeuropa eingewanderte Südliche Blaupfeil. Zu den bemerkenswerten Spinnenarten zählt der Große Ameisenspringer, der in Deutschland ausschließlich entlang des Oberrheins vorkommt. Besonders beeindruckend ist auch die Vielfalt der Wildbienen: Im Botanischen Garten sind 181 Arten dokumentiert – etwa ein Drittel aller in Deutschland bekannten Arten. Zu den neu eingewanderten Grabwespen gehört der aus Nord- und Mittelamerika stammende Stahlblaue Grillenjäger, der 1998 erstmals in Deutschland nachgewiesen wurde. Er trägt durch einen Stich gelähmte Heuschrecken als Nahrung für seine Larven in die Brutzellen ein.
Auch die auffälligeren Vertreter der heimischen Tierwelt sind im Botanischen Garten zahlreich vertreten: Knapp 50 Vogelarten wurden hier beobachtet, darunter der Halsbandsittich als charakteristischer Brutvogel.
Mittwoch, 17 Juni ab 19.00 Uhr
Die faszinierende Welt der Ameisen
Vortrag mit PD Florian Menzel, Institut für Organismische und Molekulare Evolutionsbiologie, Johannes-Gutenberg Universität Mainz
Ameisen sind eine der erfolgreichsten Tiergruppen weltweit. Sie haben fast jeden Lebensraum an Land erobert und weisen eine immense Arten- und Formenvielfalt auf. Was ist ihr Erfolgsrezept? In diesem Vortrag erklärt Dr. Florian Menzel, wie ein Ameisenstaat organisiert ist und wie sich Ameisen die Aufgaben im Nest teilen. Gespickt mit Beispielen aus der eigenen Forschung, stellt er vor, wie sie miteinander kommunizieren und mit welchen (überraschend vielen!) Organismen sie in Wechselbeziehung stehen. Darüber hinaus erklärt er, welche Bedeutung Ameisen für unsere Ökosysteme haben, wie wichtig Artenvielfalt ist und wodurch Ameisen - ebenso wie andere Insekten gefährdet sind - und was wir tun müssen, um sie zu erhalten.
Treffpunkt für alle Veranstaltungen: in oder an der Grünen Schule.
Machen sie mit: Leisten sie im Rahmen ihres Besuchs im Botanischen Garten einen Beitrag zur Erfassung von Arten! So funktioniert's:
- App iNaturalist herunterladen, z.B. bei Google Play oder im Apple App Store und kostenlos registrieren.
- Garten erkunden und Tiere, Pilze, Flechten, Moose, Pflanzen fotografieren und über iNaturalist hochladen.
Wichtig:
- Nur wildlebende Tiere und Pflanzen suchen
- Tiere nur fotografieren, nicht stören oder fangen
- Beete nicht betreten, Pflanzen nicht beschädigen
Weiterführende Links:
Artenvielfalt im Botanischen Garten Mainz · iNaturalist

